Macchina Semplice: Biennale von Venedig
Olivari hat in Venedig, anlässlich der 12. Internationalen Architekturausstellung, 99 Jahre Tätigkeit in der Welt der Architektur und des Designs gefeiert, mit der Ausstellung und dem Buch mit dem Titel Macchina Semplice.
BIENNALE VON VENEDIG 26. August 2010 – 19. September 2010
„Der Türdrücker ist wirklich ein kleines Konzentrat großer Probleme – schreibt Stefano Casciani im Einführungstext des Buches – ein ergonomisches Instrument, das die tägliche Nutzung der Räume behindern oder erleichtern kann; ein unverzichtbares Einrichtungselement, für das man Tage damit verbringen kann, das zum Stil der Wohnung oder des Büros passende Modell zu wählen; aber auch der einzige formal geprägte Punkt in oft anonymen Räumen, vielleicht das letzte der alten Bande zwischen Gebäude und Mensch. Wenn wir eine Tür öffnen oder schließen, vollziehen wir noch immer eine seit Jahrhunderten unveränderte symbolische Geste: die Architektur an die Hand nehmen. Die Geschichte dieses Rituals zu erzählen, durch die Analyse jener Linie der Kohärenz und der kontinuierlichen gestalterischen Forschung, die die Arbeitsmethode von Olivari ausgezeichnet hat, bedeutet, nach den Gründen und Formen einer nicht einfachen Begegnung zwischen Entwurf und Technologie zu suchen, zwischen Unternehmertum und dem Entwerfen einer häuslichen Landschaft: Vor allem aber heißt es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Idee des Raums in den – mehr oder weniger utopischen – Visionen der Architekten und anderer Gestalter zu verstehen, die die Geschichte der zeitgenössischen Architektur durchzogen haben.“
Das neue, bei Skira erschienene Buch von Stefano Casciani setzt das andere, 1992 für Olivari geschriebene Buch – L’architettura presa per mano. La maniglia moderna e la produzione Olivari – fort, vertieft es und erzählt die hundertjährige Industriegeschichte der Familie Olivari in fünf Kapiteln:
1. Vom Handwerk zur Industrie. Die moderne Architektur und die Vorläufer des Industriedesigns.
2. An den Ursprüngen des Designs. Wiederaufbau und Wiedergeburt der Industrie.
3. Die Boomjahre: das italienische Design zwischen Standard und Häresie.
4. Die Suche nach der Freiheit: von der Moderne zur Postmoderne.
5. Minimal, global und nachhaltig. Für ein Projekt des ökologischen Gleichgewichts.
Die Entwicklung zweier verwandter Unternehmen, Olivari und Alessi, wird in einem Gespräch zwischen dem Autor Stefano Casciani, Antonio Olivari, technischer Direktor des Unternehmens, und Alberto Alessi analysiert, Freund und Leiter der gleichnamigen „Designfabrik“. Chronologie, Bibliografie und ein umfangreicher Bildapparat aus Zeichnungen und Fotografien vervollständigen den Band.
















