
Nicht der Türdrücker muss sich dem Gebrauch anpassen (dem Griff, der auf den Hebel ausgeübten Kraft) und mehr oder weniger ergonomische Formen annehmen. Es ist die Hand selbst, die sich kraft ihrer natürlichen Fähigkeiten einer vorgegebenen, „geschlossenen“ Form anpassen kann, die gerade deshalb perfekt ist, weil sie sorgfältig durchdacht wurde.Gio Ponti

Anello 1956/1957

Lama 1956/1957

Cono 1956/1957
Aus dieser Auffassung gehen drei Modelle hervor: Anello, Lama, Cono. Das erste ist fast eine konstruktivistische Montage, ein einfaches Messingband, das sich um einen Zylinder legt; Lama und Cono aber sind wahre Übungen in Raffinesse, Ausarbeitungen verschlankter Formen. Die Idee der Leichtigkeit, die für Ponti inzwischen ein Grundwert ist, wird auch bei diesen beiden Türdrückern umgesetzt: durch die Aushöhlung des Materials, die Reduzierung der Volumen auf das Minimum und die Konzentration auf die Oberflächen.
So geht Lama – frontal gesehen – von einer kleinen Scheibe aus (dem Daumenabdruck, der den Griff verbessert), aus der der Hebel des Türdrückers fließt, dünn wie eine Klinge, durch die Stärke und die Rundungen des Materials jedoch harmlos gemacht. Cono folgt praktisch demselben Prinzip, treibt es aber auf die Spitze: Er reduziert sich auf eine einfache Linie, die aus einem fast unsichtbaren Punkt an der Spitze des Kegels entsteht, der den Hebel mit der Tür verbindet.aus: Macchina Semplice, Stefano Casciani, Skira editore 2010

E42 1936
Der Türdrücker verdankt seinen Namen der Weltausstellung, die 1942 in Rom hätte stattfinden sollen. In den Olivari-Werkstätten aus Aluminiumlegierung gefertigt, wurde er nur in der Palazzina Direzione Generale (1937-39) verwendet, dem einzigen Gebäude des Viertels, das vollständig vor Kriegsausbruch errichtet wurde.
Bereits 1936 hatte Gio Ponti, der das erste Bürogebäude von Montecatini in Mailand (1936-38) vollständig entwarf, eine erste Version des Türdrückers produzieren lassen: aus eloxiertem Aluminium gefertigt und noch heute im Gebäude vorhanden, scheint sie die Dynamik der neuen Arbeitsräume voll auszudrücken und verbindet die Kraft der Form mit der Leichtigkeit der Materialien, die Ergonomie des Entwurfs mit der Serienfertigung der Industrie.
